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UCV – keine oberflächliche Erkrankung

UCV

Das Ulcus cruris venosum (UCV) ist eine chronische Wundsituation der unteren Extremitäten und tritt zumeist innen oberhalb des Knöchels auf. Hinter einem UCV verbirgt sich eine chronisch-venöse Insuffizienz als Grunderkrankung.1

Die Risikofaktoren für das Auftreten eines UCV sind vielseitig: Neben Alter, Gewicht und körperlicher Inaktivität kann auch Nikotinkonsum zu einem UCV beitragen. Da nicht nur das UCV selbst behandelt werden sollte, sondern eben auch die Grunderkrankung, wird eine umfassende Therapie benötigt. Diese lässt sich in drei Phasen aufteilen. Je nach Wundzustand, wird die Wunde mit adäquaten Wundversorgungsprodukten und vorangegangener Wundbettvorbereitung behandelt. Gleichzeitig sollte der Insuffizienz mit Hilfe einer effektiven Kompressionstherapie begegnet werden. Die Behandlung der Grunderkrankung ist immer notwendig, da das UCV ansonsten nicht abheilen kann.

Die Phasen der Therapie eines UCV3

 Abb. 1: UCV-Behandlung in drei Phasen

Phase 1: Akutphase

Diese Phase ist geprägt von einer Wundversorgung, die der Exsudation des Ulcus entsprechend gewählt wird. Der zweite Punkt, der behandelt werden muss, ist das Ödem. Für die rasche Entstauung werden Kurzzugbinden genommen. Hierfür bieten sich Rosidal® SC für die adäquate Unterpolsterung sowie Rosidal K für den richtigen Kompressionsdruck an. Eine stationäre Aufnahme kann, abhängig vom Ulcus- und Ödemstatus, indiziert sein, jedoch kann die Behandlung auch ambulant durchgeführt werden.

Phase 2: Konditionierungsphase

In dieser Phase wird meist ambulant versorgt und der Hauptfokus liegt hier auf dem Wundverschluss und der weiteren Therapie der Grunderkrankung. Das Ulcus ist noch vorhanden, das Ödem ist weitestgehend entstaut. Um die Adhärenz der Patienten maximal zu erhöhen, sollte in dieser Phase auf die Kompressionstherapie mit Ulcus-Strümpfen (wie Actico® UlcerSys) zurückgegriffen werden.

Phase 3: Erhaltungsphase

In dieser Phase wird der Patient ins Selbstmanagement entlassen und das Ulcus ist abgeheilt. Als Rezidivprophylaxe wird in dieser Phase die Grunderkrankung weiter behandelt. Für die Kompressionstherapie bieten sich hier medizinische Kompressionsstrümpfe (Rundstrick; Empfehlung: VENOSAN®) oder Ulcus-Strümpfe an. Medizinische Kompressionsstrümpfe sollten auch zur Prävention getragen werden, also bevor ein Ödem oder ein UCV auftritt.

Die Wahl der Behandlungsmöglichkeiten, auch in Bezug auf die Wundreinigung und -Versorgung, ist natürlich immer abhängig vom Zustand der Extremitäten, der Wundsituation (Status, Form und Größe) und den Patientenbedürfnissen (Mobilität und Mitwirkung).

Empfehlungen der S2K-Leitlinie4

Auch die 2019 veröffentlichte S2K-Leitlinie sieht die Kompressionstherapie als integralen Bestandteil phlebologischer Krankheitsbilder und bezeichnet sie als entscheidend für den Heilungserfolg bei venösem Beinleiden.

Die Leitlinie fasst alle Aspekte zur Anwendung der Kompressionstherapie auf Basis der aktuellen Forschung zusammen.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse aus der Leitlinie finden Sie hier.

Referenzen

  1. Franks, P. et al. Management of patients with venous leg ulcer: challenges and current best practice, J Wound Care, 25; 6, Suppl, 1–67.
  2. Criqui MH et al. Risk factors for chronic venous disease:the San Diego Population Study. J Vasc Surg. 2007 Aug;46(2):331-337. 
  3. Kompressionstherapielösungen: Der L&R Therapiepfad. Online erhältlich unter www.lohmann-rauscher.com/de-de/produkte/niedergelassener-bereich/kompression-stuetzen-fixieren/kompressionstherapie/therapiepfad-ucv/ (zuletzt zugegriffen am 04.08.2020). 
  4. Rabe E et al. S2k-Leitlinie: Medizinische Kompressionstherapie der Extremitäten mit Medizinischem Kompressionsstrumpf (MKS), Phlebologischem Kompressionsverband (PKV) und Medizinischen adaptiven Kompressionssystemen (MAK). Online erhältlich unter www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/037-005.html (zuletzt zugegriffen am 31.08.2020)