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Kein Blut im Schuh: Das richtige Schuhwerk bei Diabetes

DFS

Ein wichtiger Teil der Prävention des Diabetischen Fußsyndroms ist die Wahl der richtigen Schuhe. Die Wundzentrale gibt einen Überblick über die Verordnung von therapeutischem Schuhwerk.

Durch schlecht sitzendes oder nicht getragenes Schuhwerk kann es besonders bei Diabetes-Patienten aufgrund von vorliegenden Durchblutungs- oder Nervenstörungen zu schlecht heilenden Wunden kommen. Diese sind Auslöser der meisten diabetischen Fußulzera. Die Verordnung geeigneter Haushalts- und Straßenschuhe ist also ein wichtiger Teil der Prävention des diabetischen Fußsyndroms.1 

Minimalkriterien der Schuhversorgung beim DFS

Die Prinzipien der Schuhversorgung für Patienten mit Diabetes mellitus basieren auf ausreichendem Platz und geeigneter Fußbettung. Es muss also genügend Raum für die Zehen in Länge und Höhe und eine ausreichende Breite gegeben sein. Drückende Nähte sollten vermieden werden, genau wie eine auf den Fuß einwirkende Vorderkappe. Über druckgefährdeten und beweglichen Fußregionen sollte weiches Material verwendet werden. Außerdem sollte eine herausnehmbare konfektionierte Polstersohle mit Druckspitzenreduktion im Ballenbereich um 30% vorhanden sein, sowie die Möglichkeit einer orthopädieschuhtechnischen Zurichtung.1 

Dokumentation durch Pedografie

Die überprüfbare Dokumentation einer gezielten lokalen Druckentlastung durch eine diabetesadaptierte Fußbettung ist unter dynamischen Bedingungen nur mithilfe pedobarografischer Messsohlen möglich. Für die Dokumentation von Zonen erhöhten Drucks infolge funktioneller Deformitäten ist die dynamische Pedografie statischen Verfahren (Blauabdruck) überlegen. 

Für die Korrektur oder den funktionellen Ausgleich einer höhergradigen Fußdeformität mittels Maßschuhen ist die manuelle Anfertigung eines individuellen Sonderleistens nach Gipsabdruck oder in vergleichbarer Technik erforderlich. Der aktuelle Stand der Automatisierungstechnik erlaubt die Maßanfertigung nur für gering deformierte Füße.1 

  

Schuhversorgung und Risikoklassen beim DFS

Die untenstehende Tabelle gibt eine praxisorientierte Einteilung der stadiengerechten Verordnung therapeutischen Schuhwerks.1 

Wurden Verbandschuhe verordnet, sollten diese Fragen immer mit Ja beantwortet werden können:1  

  1. Ist die Passform gewährleistet?
  2. Sind Stand-, Tritt- und Gangsicherheit durch den Schuh gewährleistet?
  3. Ist die Funktion hinsichtlich des Schutzes des Fußes und des Ausgleichs funktioneller Einschränkungen gegeben?
  4. Wurden die oben genannten Kriterien für die Schuhversorgung beim DFS eingehalten?

Das DFS kann für den Patienten bei unzureichender Behandlung gravierende Folgen bis hin zur Amputation haben. Umso wichtiger ist also nicht nur die richtige Therapie, sondern auch die Prävention, angefangen beim richtigen Schuhwerk. 

Referenzen

  1. Morbach, S. et al.: Praxisempfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Diabetisches Fußsyndrom. URL: https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Praxisempfehlungen/2018/DuS_S2_2018_Praxisempfehlungen_18_Diabetisches-Fußsyndrom.pdf [12.11.2019]