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Debridement: wichtiger Bestandteil der Wundversorgung

Debridement

Eine wichtige medizinische Maßnahme für die routinemäßige Versorgung akuter oder chronischer Wunden ist ein Debridement.1 Das Debridement ist eine Grundvoraussetzung, um den funktionellen Prozess der Gewebereparatur einzuleiten.

 

Debridement auf einen Blick: Faktenbox

WasEntfernen von anhaftendem abgestorbenen Gewebe aus akuten oder chronischen Wunden (Nekrosen, Schorf, Bakterien, Verschmutzungen, Eiter, Fremdkörper, sonstige Wundbeläge)2
ZielWundheilung fördern, sekundäre Infektion bzw. Fortschreiten einer Infektion 
(z. B. Sepsis) verhindern1,2
MethodenMechanisches Debridement mit Monofilament-Faser-Pads, autolytisches, chirurgisches und technisches Debridement (Jet-Lavage, Ultraschall)2
Mechanisch (Debrisoft®)In 93,5% der Behandlungen effektiv; Ø 2,51 Minuten pro Behandlung; 
45% schmerzfrei, 50,4% nur leichtes, kurzes Unbehagen3
Wer darf behandelnChirurgisches Debridement nur durch qualifizierte Ärzte; andere Verfahren auch durch geschultes medizinisches Fachpersonal und Pflegekräfte
Im Behandlungskonzept (UCV)1. Debridement mit Debrisoft® → 2. Auswahl der Wundauflage → 
3. Kompressionstherapie

 

Definition: Was ist Debridement?

Der Begriff Debridement beinhaltet das Entfernen von anhaftendem abgestorbenen Gewebe von akuten oder chronischen Wunden wie z. B. Nekrosen, Schorf, Bakterien oder Verschmutzungen, Eiter, Fremdkörpern und sonstigen Wundbelägen.2 Ziel des Debridements ist es, die Wundheilung zu fördern, eine sekundäre Infektion des umgebenden Gewebes bzw. das Fortschreiten einer Infektion wie z. B. einer Sepsis zu verhindern. Dabei umfasst es die Entfernung von Wundbelägen vom Wundgrund und die Reinigung von Wundrändern.1,2
 

Welche Debridement-Techniken gibt es?

Ein breites Spektrum von unterschiedlichen Debridement-Techniken finden bei der Wundversorgung Anwendung.2 Dazu zählt mechanisches Debridement mit Monofilament-Faser-Pads, chirurgisches Debridement, technische Debridement-Verfahren z. B. mittels Laser und andere. Im Folgenden werden kurz einige relevante Methoden dargestellt.


Mechanisches Debridement

Das mechanische Debridement mittels Monofilament-Faser-Pads stellt eine schnelle, schmerzarme und effektive Wundreinigung dar.1,2,3 Mittels des Monofilament-Faser-Pads werden Verunreinigungen, Nekrosen, Hyperkeratosen, Biofilme, avitales Gewebe und andere Wundbeläge unter Schonung des intakten Gewebes der Wunde und der Wundumgebung entfernt. Das Verfahren ist bei vielen verschiedenen Wundtypen wie z. B. diabetischen Ulzera, Ulcus cruris venosum, Dekubitalulzera, postoperativ sekundär heilenden Wunden oder Schürfwunden einsetzbar.

In einer multizentrischen prospektiven Beobachtungsstudie mit 60 Patienten wurde die klinische Wirksamkeit des mechanischen Debridements mittels Monofilament-Faser-Pads untersucht:

  • In 93,5% (142/152) der Behandlungen war das mechanische Debridement mit Monofilament-Faser-Pads effektiv.
  • Die durchschnittliche Zeit für eine Debridement-Behandlung betrug im Mittel 2,51 Minuten.
  • 45% der Patienten empfanden während der Behandlung keine Schmerzen, 50,4% der Patienten verspürten während der Behandlung leichtes Unbehagen von kurzer Dauer.3

Das Debridement mit dem Monofilament-Faser-Pad bietet viele Vorteile wie das schnelle Erreichen von sichtbaren Ergebnissen bei gleichzeitig einfacher, zeitsparender und für den Patienten schmerzarmer, sicherer Anwendung.3 Laut EWMA-Bericht von 2013 weist die Monofilament-Faser-Technologie „das Potential auf, das mechanische Debridement als praktikable Technik voranzubringen".2

Abbildung: Tabellarische Auflistung neuerer Untersuchungen zum Debridement mit Monofilament-Faser-Pads – wird vom Original übernommen. 


Autolytisches Debridement

Hierbei handelt es sich um eine Wundbehandlungsstrategie mit z. B. Hydrogel- oder Hydrokolloidhaltigen Produkten. Die autolytischen Produkte geben Feuchtigkeit ab und nehmen Exsudat aus Wunden auf. Dabei wird die Freisetzung von körpereigenen, proteolytischen Enzymen gefördert, die letztlich das nekrotische Gewebe selektiv auflösen. Das autolytische Debridement ist schmerzarm und eignet sich für die Behandlung von akuten und chronischen Wunden. Jedoch ist es notwendig, dass bei jedem Verbandwechsel eine Wundreinigung bzw. ein mechanisches Debridement erfolgt.2


Chirurgisches Debridement

Das chirurgische Debridement stellt ein schnelles und wirksames Verfahren dar. Es eignet sich besonders bei festem nekrotischem Gewebe und Wunden mit klaren Grenzen zwischen vitalem und abgestorbenem Gewebe. Besonders unter festen, augenscheinlich oberflächlichen Nekrosen liegen häufig tiefreichende nekrotische Gewebsstrukturen vor. Diese sollten bis zum gesunden Gewebe bis in die Tiefe chirurgisch abgetragen werden. Es ist für alle Wundtypen geeignet. Der Eingriff wird je nach klinischem Bild entweder ganz ohne Anästhesie oder in Teil- oder Vollnarkose mit verschiedenen chirurgischen Instrumenten wie Skalpell, Pinzette oder scharfem Löffel unter den hygienischen Vorschriften für ambulante Eingriffe durchgeführt. Die Gabe eines Analgetikums kann indiziert sein.2


Technisches Debridement

Beim technischen Debridement werden Verfahren wie beispielsweise Jet-Lavage oder Ultraschall eingesetzt. Das Prinzip des Jet-Lavage-Debridements (Hydrochirurgie) ist im Grunde eine Weiterentwicklung der Wundspülung (Lavage), die seit der Antike bei akuten Wunden und heutzutage auch bei chronischen Wunden angewandt wird. Mithilfe von Flüssigkeiten werden die Wundbeläge gespült, um Fremdkörper und lose Materialien zu entfernen. Die Hydrochirurgie kann bei Beingeschwüren bis hin zur postoperativen Versorgung diabetischer Fußgeschwüre eingesetzt werden. Bei der Ultraschall-assistierten Wundreinigung wird niederfrequenter Ultraschall in Kombination mit einer Spüllösung eingesetzt, um Zelltrümmer oder Keime aus der Wunde zu spülen.2


Wahl der Debridement-Technik

Welche der hier aufgeführten Techniken des Wunddebridements verwendet werden, hängt von dem Zustand der Wunde und dem Zustand des Patienten ab.

In jedem Fall erfordert die Versorgung chronischer Wunden entsprechend geschultes Fachpersonal. Das chirurgische Debridement kann nur von qualifizierten Ärzten, andere Debridement-Verfahren hingegen auch von geschultem medizinischem Fachpersonal und Pflegekräften durchgeführt werden.


Debridement im Behandlungskonzept

Das Debridement stellt einen wichtigen Behandlungsschritt im Konzept der Wundhygiene von akuten, chronischen oder schlecht heilenden Wunden dar.

Es ist der erste wichtige Behandlungsschritt der L&R-Behandlungsempfehlung in drei Schritten bei UCV:

  1. Schritt: Debridement mit Debrisoft®*
  2. Schritt: Auswahl der Wundauflage je nach Wundsituation und Wundbeurteilung
  3. Schritt: Kompressionstherapie

 



FAQ


Was versteht man unter Debridement?

Debridement beinhaltet das Entfernen von anhaftendem abgestorbenen Gewebe von akuten oder chronischen Wunden wie z. B. Nekrosen, Schorf, Bakterien oder Verschmutzungen, Eiter, Fremdkörpern und sonstigen Wundbelägen.2 Ziel ist es, die Wundheilung zu fördern und eine sekundäre Infektion des umgebenden Gewebes bzw. das Fortschreiten einer Infektion zu verhindern.1,2


Welche Debridement-Techniken gibt es?

Zu den Debridement-Techniken zählen das mechanische Debridement mit Monofilament-Faser-Pads, das chirurgische Debridement, das autolytische Debridement mit Hydrogel- oder Hydrokolloid-haltigen Produkten sowie technische Verfahren wie Jet-Lavage oder Ultraschall.2 Welche Technik eingesetzt wird, hängt von dem Zustand der Wunde und dem Zustand des Patienten ab.


Wie effektiv ist das mechanische Debridement mit Debrisoft?

In einer multizentrischen prospektiven Beobachtungsstudie war das mechanische Debridement mit Monofilament-Faser-Pads in 93,5% der Behandlungen effektiv. Die durchschnittliche Behandlungszeit betrug 2,51 Minuten. 45% der Patienten empfanden keine Schmerzen, 50,4% verspürten leichtes Unbehagen von kurzer Dauer.3


Wer darf Debridement durchführen?

Das chirurgische Debridement kann nur von qualifizierten Ärzten durchgeführt werden. Andere Debridement-Verfahren können hingegen auch von geschultem medizinischem Fachpersonal und Pflegekräften durchgeführt werden. In jedem Fall erfordert die Versorgung chronischer Wunden entsprechend geschultes Fachpersonal.


Welche Rolle spielt Debridement bei der Behandlung von Ulcus cruris venosum (UCV)?

Das Debridement ist der erste wichtige Behandlungsschritt der L&R-Behandlungsempfehlung in drei Schritten bei UCV: 1. Debridement mit Debrisoft®, 2. Auswahl der Wundauflage je nach Wundsituation und Wundbeurteilung, 3. Kompressionstherapie.


Wie entferne ich Biofilm in einer Wunde?

Biofilme können im Rahmen des Debridements entfernt werden. Beim mechanischen Debridement mittels Monofilament-Faser-Pads werden Verunreinigungen, Nekrosen, Hyperkeratosen, Biofilme, avitales Gewebe und andere Wundbeläge unter Schonung des intakten Gewebes der Wunde und der Wundumgebung entfernt. Das Verfahren stellt eine schnelle, schmerzarme und effektive Wundreinigung dar.3

 

Quellen:

1. Dissemond J. et al., Wundhygiene, Wundmanagement Sonderdruck DEWU 2023, pp.1–9
2. Strohal, R., Apelqvist, J., Dissemond, J. et al. EWMA Document: Debridement. J Wound Care. 2013; 22 (Suppl. 1): S1–S52
3. Bahr S. et al, J of Wound Care 2011,20(5) 242–248
* Ausführliche Information zu Debrisoft® siehe https://www.lohmann-rauscher.com/de-de/produkte/niedergelassener-bereich/wundversorgung/debridement/debrisoft/

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